Huawei: US-Regierung leitet weitere Schritte gegen den Hersteller ein

Die US-Regierung will Huawei weitere Steine in den Weg legen. Nachdem die bisherigen Sanktionen den Verkaufszahlen nur wenig geschadet haben, soll nun eine neue Strategie her, die dem chinesischen Smartphone-Hersteller den Zugang zu hochwertigen Prozessoren erschwert.

Die USA und Huawei stehen nach wie vor auf dem Kriegsfuß. Nachdem die US-Regierung um Präsident Donald Trump den chinesischen Hersteller der Spionage bezichtigt und auf die schwarze Liste gesetzt hatte, mussten zahlreiche US-Firmen ihre Zusammenarbeit mit Huawei beenden oder stark einschränken. So darf die neueste Smartphone-Generation beispielsweise nicht mehr auf beliebte Google-Dienste wie Maps, Gmail oder den Playstore zurückgreifen. Die Einschränkungen haben Huwaeis kometenhaften Aufstieg zum weltgrößten Handy-Hersteller sichtbar ausgebremst, gestoppt haben sie ihn allerdings nicht.

US-Regierung will Huawei von der Halbleiterherstellung abkappen

Da der direkte Angriff nur wenig Wirkung gezeigt hat, versucht die US-Regierung nun auf anderem Wege Huawei das Geschäft zu erschweren. Aktuell wird in Betracht gezogen, dem taiwanischen Halbleiterhersteller TSMC neue Auflagen aufzubürden. TSMC beliefert unter anderem Qualcomm, und Apple, aber eben auch Huawei mit wichtigen Materialien für die Chip-Herstellung. Um Huawei hier die Zulieferung zu kappen, soll TSMC zukünftig eine Lizenz von der USA benötigen, um weiterhin amerikanische Technologien zur Produktion nutzen zu dürfen. Um diese zu bekommen, soll der Hersteller sich dazu verpflichten, Huawei nicht länger zu beliefern. Da Huaweis Prozessoren nur ungefähr 10 Prozent von TSMC Produktion ausmachen, könnten die Taiwanesen den Bedingungen durchaus zustimmen.

Huawei soll auf die Maßnahmen der US-Regierung vorbereitet sein

Laut Reuters gehen Branchen-Experten davon aus, dass Huawei längst einen Vorrat an Kirin-Prozessoren angelegt hat, sodass das Unternehmen auch ohne TSMC für die nächsten Jahre versorgt ist. In der Zwischenzeit hätten die Chinesen dann auch genügend Zeit, eine eigene Halbleiterproduktion aufzubauen oder einen anderen Zulieferer zu finden. Tatsächlich könnte die Maßnahme US-Firmen wie Apple und Qualcomm viel härter treffen, da diese abhängiger sind von der Halbleiterproduktion TSMCs. Bislang handelt sich aber auch lediglich um einen Plan, dem Präsident Donald Trump erst noch zustimmen muss.

Quelle: Reuters


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