Mobilfunkanbieter wollen das 3G-Netz abschalten: Stehen Nutzer auf Land bald ohne Netz da?

Die Telekom und Vodafone haben die Abschaltung ihrer 3G-Netze angekündigt. Nutzer ohne LTE-Vertrag stehen somit bald praktisch ohne Netz da. Schuld ist der 5G-Ausbau, zu dessen Gunsten die alten Sendemasten nach und nach umgebaut werden.

Die großen Mobilfunkanbieter Telekom und Vodafone haben bekanntgegeben, ihre 3G-Netze in den kommenden zwei Jahren komplett abzuschalten. Laut dem Spiegel will die Telekom 3G noch bis Ende 2020 in Betrieb halten. Vodafone gibt an, das Netzwerk zwischen 2020 und 2021 abzuschalten. Als Grund wird der 5G-Netzausbau angegeben. Denn bereits seit einigen Jahren werden die 3G-Sendemasten zugunsten des 4G-Netzes und des neuen 5G-Netzes umgebaut. Die Folge: Vor allem auf dem Land wird der 3G-Empfang immer schlechter. In der Stadt ist er hingegen noch relativ stabil. Laut einem Netztest der Computer Bild konnten bereits 2018 rund 57 Prozent aller Nutzer auf dem Land keine stabile 3G-Datenverbindung mehr aufbauen. Nach einer kompletten Abschaltung des Netzes könnten Kunden ohne LTE-Vertrag nur noch auf das 2G-Netz zugreifen, mit dem die für die Internetnutzung benötigten, schnellen Datenverbindungen nicht möglich sind.

Politiker wollen den 3G-Umbau aufschieben

Der Spiegel berichtet, dass Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion der Grünen, fordert, den Umbau des 3G-Netzes für die nächsten zwei Jahre zu stoppen. Geschieht das nicht, so befürchtet er, dass bald Millionen-Handy-Nutzer auf dem Land ohne mobiles Internet dastehen könnten. Außerdem schlägt er vor, das Fördergeld aus der 5G-Versteigerung für den 3G-Umbau auf dem Land an die Netzbetreiber zurückzuzahlen. Dafür sollen dann auch günstige Drittanbieter mehr Zugänge zum 4G-Netz bekommen, damit die Kunden auf das neuere Netz umsteigen können, bevor das alte abgeschaltet wird.

Quellen: Spiegel Online, Computer Bild


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